19.06.2019 / Politik / /

«Riederenholz» für Notfallunterbringung?

Ein Bericht aus den Herisau Nachrichten.

Mit der vorgesehenen Schliessung des «Schlupfhuuses» der Stiftung Ostschweizer Kinderspital muss sich nun auch der St.Galler Stadtrat befassen. Die Stadtparlamentarierinnen Gabriela Eberhard Anliker (SP) und Andrea Hornstein (PFG) wollen wissen, was die Schiessung für die Stadt St.Gallen bedeutet.

«Schlupfhuus» In ihrer «Einfachen Anfrage» stellen sie fest, dass das «Schlupfhuus» zum Beispiel in Notsituationen sehr wichtig ist für die Schulsozialarbeit. Auch bei den Wohnheimen für Kinder und Jugendliche, die in der Stadt angesiedelt sind, wirft die Schliessung Fragen auf. Konkret wird der Stadtrat gebeten, Auskunft zu geben, wie häufig das «Schlupfhuus» in den vergangenen Jahren von Kindern und Jugendlichen aus der Stadt benützt wurde, welche Massnahmen die Stadt ergreife, wenn keine gleichwertige Nachfolgelösung gefunden wird, und ob sich der Stadtrat vorstellen kann, das «Schlupfhuus» als städtische Institution weiterzuführen. Interessant ist die weitere Frage, ob sich der Stadtrat vorstellen könnte, ob das Kinderheim Riederenholz die Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen aus der Stadt sicherstellen könnte. (Das heutige Durchschnittsalter der betreuten Kinder und Jugendlichen ist mit 15,2 Jahren fast so hoch wie im «Schlupfhuus», sodass die pädagogischen Anforderungen wohl auch hier erfüllt werden könnten.) Die Antworten des Stadtrates stehen noch aus.

Eine andere Lösung ist in einer Interpellation im Kantonsrat von Christoph Bärlocher (CVP) in den Vordergrund gerückt worden. Dort wird darauf hingewiesen, dass Winterthur in Kürze eine neue Krisenwohngruppe für Kinder und Jugendliche eröffnen wird. Für dieses Angebot wurde eine eigene Trägerschaft in Form einer Stiftung gegründet. Die Stiftung erhält Geld vom Kanton Zürich und der Stadt Winterthur. Zudem sammelt sie aktiv Gelder in der Öffentlichkeit, wodurch sie sich in der Bevölkerung gut verankern kann. Der Regierung wird daher die Frage gestellt, ob ein solches Modell nicht auch ein Weg für St.Gallen sein könnte.